Floorball: 2. Herrenmannschaft nun auch Westdeutscher Meister

Die siegreiche Mannschaft (Foto: T. Beppler-Alt)

Durch den 5:2 Erfolg gegen Floorball Griedel vor zwei Wochen war unsere 2. Herrenmannschaft für das Finale der Regionalliga West Playoffs qualifiziert. Dabei traf man am gestrigen Samstag (07.04.2018) auf den Erstplatzierten der Regionalliga Hessen, den TSV Tollwut Ebersgöns. Die rund 80 Zuschauer in der Sporthalle Pohlgöns sahen ein von Beginn an enges und fair umkämpftes Match, dass die Dragons erst in der Overtime mit 5:4 für sich entscheiden konnten und so den Westmeistertitel holten.

Aber der Reihe nach…
Bereits im Vorfeld des Spiels war klar, dass es – wie es sich für ein Finale gehört – mit Abstand das schwerste Spiel für die 2. Mannschaft der Dragons in dieser Saison werden würde. Der Gegner aus Ebersgöns war in der Regionalliga Hessen deutlich dominierend: Neun Siege aus zehn Spielen und ein beeindruckendes Torverhältnis von 136 Toren zu 34 Gegentoren sprechen eine deutliche Sprache. Dementsprechend lautete auch die Ansage in der Kabine das Entscheidungsspiel mit aller Ernsthaftigkeit und Konzentration anzugehen. Dies gelang den Dragons in den ersten Minuten der Partie auch recht gut. Man setzte den Gegner gut unter Druck, generierte Chancen doch etwas Zählbares wollte erstmal nicht herausspringen. Nach dieser Anfangsphase kippten die Spielanteile jedoch schnell in Richtung der Tollwütigen. Ebersgöns entfaltete mehr und mehr sein Spiel und kam immer wieder mit schnellen Kontern vor das Tor des Bonner Goalies Alihan Aydin, in das es in der achten Spielminute das erst Mal einschlug – 0:1 aus Sicht der Dragons.
Einige Minuten später ahndete das Schiedsrichtergespann einen Wechselfehler auf Bonner Seite, der Safak Temel für zwei Minuten zum Zuschauen verdammte. Die Unterzahl überstand man jedoch schadlos, sodass es mit dem knappen Rückstand in die erste Pause ging.

Das zweite Drittel ging ähnlich eng weiter wie das erste aufgehört hatte. Doch nun kamen die Dragons wieder öfter mutig nach vorne und nahmen sich, wie in der Kabine gefordert, auch mehr Abschlüsse. Dies zahlte sich neun Minuten nach Wiederanpfiff aus, als Jan Patocka den bereitstehenden Niklas Berens bediente – 1:1 Ausgleich.
Knapp drei Minuten später war es dann wieder Patocka der einmal mehr sein Spielverständnis unter Beweis stellte: Mit Ruhe am Ball und dem Auge für den falsch positionierten Gegenspieler setze er zum Bogenlauf an, den er mit einem platzierten Schuss vorbei an der Maske ins Ebersgönser Tor vollendete – 2:1 Führung.

Im letzten Drittel entpuppte sich die Partie dann als echter Floorballkrimi: Direkt zu Beginn der letzten 20 Minuten verwerteten die Gastgeber einen Ballverlust der Bonner über eine schnelle Einzelaktion zum 2:2 Ausgleich.
Es folgte wieder eine Druckphase der Hessen, die die Dragons immer wieder zu Fehlern verleiteten. Knapp sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit musste dann Patrick Lamers wegen eines Bodenspiels im Zweikampf auf der Strafbank Platz nehmen. Die folgende zwei minütige Unterzahl war schon fast überstanden, da durchbrach ein scharfer Diagonalpass die Bonner Box und der am langen Pfosten lauernde Ebersgönser netze zur erneuten 3:2 Führung für die Tollwütigen ein.
Um die drohende Niederlage noch abzuwenden, stellten die Dragons ihre Reihen neu zusammen und dies zahlte sich auch prompt aus. Nur 49 Sekunden nach dem Gegentreffer folgte ein Bonner Doppelschlag, bei dem zunächst Jan Patocka auf Vorlage von Antti Wolk und weitere neun Sekunden später Jannik Heinen auf Vorlage von Tobias Hesse die Partie wieder drehten.
Überraschender Weise schien diese kalte Dusche die Mannschaft aus Ebersgöns jedoch wenig zu beschäftigen, denn es dauerte nur weitere 23 Sekunden bis zum 4:4 Ausgleich – Sudden-Death Verlängerung.

Die kurze Pause nutzen beide Teams um nochmal zu Atem zu kommen und sich auf die entscheidenden zehn Minuten der Partie einzuschwören. Mit seinen letzten Worten vor Wiederanpfiff brachte es Kapitän Antti Wolk dann auf den Punkt: „Ich weiß einfach, dass wir das Ding hier gewinnen werden!“, so trieb er die Mannschaft wieder aufs Feld. Und er sollte Recht behalten. Zunächst hatten jedoch wieder die Hessen die Entscheidung sozusagen „auf dem Schläger“, scheiterten aber einmal am stark aufgelegten Bonner Goalie Alihan Aydin und einmal an sich selbst, als der Ball nach einer schönen Volleyabnahme nur Zentimeter am Pfosten vorbei rauschte. Nach genau 66 gespielten Minuten und 18 Sekunden legte Weissager Wolk dann selbst auf Jan Patocka auf der seinen dritten Treffer erzielte und damit den 5:4 Endstand und die Westmeisterschaft für Bonn besiegelte!

Max Diehl

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