Floorball: Auswärtskracher und Heim-Derby: „Kopf muss voll da sein“

Johannes Weh (l.) und Kai Willems (r.) im Zweikampf mit dem Holzbüttgener Mark Jones (Foto: F. Büchting)

Nach drei Wochen Pause haben die SSF Dragons Bonn in der Floorball-Bundesliga einen knackigen Wiedereinstieg vor der Brust. Erst sind die Bonner auswärts bei Tabellennachbar Schriesheim (Samstag, 18 Uhr) gefordert, bevor am Sonntag im Sportpark Nord das Derby gegen Holzbüttgen (Sonntag, 16 Uhr) steigt.

Zwei extrem wichtige Spiele – nur die sportliche Ausgangslage ist unterschiedlich. Im Derby gegen Holzbüttgen geht es für Bonn um Prestige, denn ein Sieg gegen den favorisierten Erzrivalen wäre eine faustdicke Überraschung. Das Spiel gegen Schriesheim dagegen lebt von der sportlichen Brisanz: Die Badener liegen einen Rang und einen Punkt vor den Dragons. Ein vorentscheidendes Spiel, denn bei einer Niederlage könnte Bonn die Playoffs mehr oder weniger abschreiben.

Angesichts der Relevanz der Partie fordert Abwehr-Chef Lukas Lüke von allen Spielern einen klaren Kopf: „Wir dürfen keine Konter fangen, Schriesheim hat sehr schnelle und spielstarke Stürmer, die solche Situationen ausnutzen. Auf diese spielstarken Spieler muss man immer ein Auge haben, die sprühen nur so vor Spielfreude. Da muss der Kopf voll da sein, um solche Situationen zu erkennen und zu antizipieren.“ Einer der Spieler, die Lüke bei seiner Analyse sicherlich im Hinterkopf hat, ist Alexander Burmeister. Der Kapitän fehlte den Schriesheimern lange verletzt, meldete sich aber bei seinem Comeback gegen Wernigerode mit drei Vorlagen und einem Tor beeindruckend zurück.

Nach diesem Duell zweier Tabellennachbarn ist schnelle Regenration gefordert: Weniger als 24 Stunden später steigt in der eigenen Halle das Derby gegen Holzbüttgen. Schon jetzt ist bei den Bonnern eine knisternde Vorfreude auf das West-Duell zu spüren: „Ich freue mich. Es ist ein Derby, gegen den Emporkömmling, den direkten Nachbarn, das gibt natürlich extra Motivation. Eigentlich war es so, dass wir uns im Westen vermeintlich etabliert hatten, jetzt aber Holzbüttgen sich durch geschickte Transfers an uns vorbeigeschoben hat. Und da haben wir natürlich den Willen, zu zeigen, wer im Rheinland die Nummer eins ist“, erklärt Lüke.

Die Kaarster waren mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet, kämpften aber zunächst mit Startschwierigkeiten: Die ersten drei Partien gingen verloren. Dann aber holte die DJK aus acht Spielen sechs Siege, ein Unentschieden gegen den Meister aus Leipzig und fügte Tabellenführer Weißenfels bei der 8:9-Niederlage nach Verlängerung den ersten Punktverlust zu.

„Sie haben sich durch Transfers vor der Saison gut aufgestellt. Das geht beim Trainerposten los – wenn man einen externen Trainer aus der Floorballnation Finnland holst, gibt das neue Impulse, neue Strukturen. Natürlich haben sie auch hervorragende Einzelspieler. Holzbüttgen hat eine komplette Reihe aus Nationalspielern, da ist Qualität da, die Spiele entscheiden kann“, erklärt Lüke den Erfolg des Lokalrivalen. Sportlich sind die Unterschiede nicht zu übersehen, doch wie schwer wiegt der Heimvorteil? „Ich hoffe natürlich, dass die Zuschauer uns pushen und Holzbüttgen verunsichern“, meint Lüke, der aber auch die Mannschaft in der Verantwortung sieht: „Es liegt auch an uns, das Spiel so zu gestalten, dass die Zuschauer mitgehen.“ Das gelang den Bonnern schon einmal – beim sehenswerten und knappen 8:9 im Hinspiel.

Johan Gallwitz

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