Floorball: Dragons mit mehr Biss als Piranhhas – Temel und Weißkirchen laufen heiß

Safak Temel (Foto: I. Furch)

Die SSF Dragons Bonn haben auswärts bei den ETV Piranhhas Hamburg richtig Biss bewiesen und einen etwas überraschenden 7:6-Erfolg nach Verlängerung eingefahren.

Schuss auf Schuss prasselte auf den Hamburger Torhüter Jussi Kursula in der Verlängerung ein. Doch nach anderthalb Minuten war er geschlagen: Safak Temel hatte soeben den Siegtreffer für Bonn über die Linie bugsiert.

Es war das dramatische Ende einer dramatischen Partie. Im kalten Norden ging es richtig heiß her: Bonn und Hamburg lieferten sich ein intensives und umkämpftes Duell. Von der deutlich besseren Tabellenposition der Piranhhas war nicht viel zu sehen, es war eine ausgeglichene, wenn auch chancenarme Partie. Ihre rar gesäten Möglichkeiten nutzten die beiden defensiv kompakt agierenden Teams aber effizient, und so schlug Hamburg nach nur 34 Sekunden zu. Kurz darauf wurde der vermeintliche Ausgleich der Bonner aberkannt, aber nach sieben Minuten war es so weit: Safak Temel stibitzte den Ball und vollendete den Konter selbst. „Die spielerische Leichtigkeit kam durch eine fokussierte Vorbereitung auf das Spiel. Ich habe schon beim Aufwärmen gemerkt, dass ich einen extrem guten Tag habe“, erzählt Temel.

Nach einem Hamburger Doppelschlag ging es mit einem 1:3 in den zweiten Spielabschnitt, in dem die Bonner früh eine Möglichkeit in Überzahl bekamen. Nach zwei erfolglosen Power-Plays wurde im dritten nicht lange gefackelt: Florian Weißkirchen bediente Lucas Grünewald, der mit einem mächtigen Schlagschuss seinen ersten Treffer der Saison feiern durfte.

Zwar stellten die Piranhhas den alten Abstand in Überzahl wieder her, doch Temel und Niklas Berens sorgten jeweils nach Zuspiel von Weißkirchen für den Ausgleich. Acht Sekunden vor Schluss zappelte der Ball aber noch einmal im Netz hinter Moritz Blümke – 4:5 hieß es vor dem letzten Drittel.
In dem wurden die Bonner Hoffnungen erst einmal gedämpft: Das 4:6 fiel zehn Minuten vor Schluss. Die trotzige Antwort der Dragons folgte prompt: Weißkirchen servierte Berens einen Traumpass, den dieser zum 5:6 einschob. Großartig spielte in dieser Phase auch Goalie Moritz Blümke: Der Youngster glänzte mit blitzschnellen Reaktionen. Mit dieser Sicherheit im Rücken konnte Bonns Parade-Reihe befreit stürmen – und traf in Person von Temel zum 6:6-Ausgleich. „Wir waren fest überzeugt, dass wir Punkte holen können. Wir wollten zeigen, dass wir ein extrem gutes Team sind, und dass man uns nicht unterschätzen darf.“

Die Verlängerung wurde zum Nervenspiel. Früh kassierte Hamburg eine Zwei-Minuten-Strafe, doch immer wieder scheiterten die Bonner am wie entfesselt aufspielenden Keeper der Hausherren. Kein Wunder, dass das entscheidende Tor nach einem Rebound fiel: Temel staubte nach einem Schuss von Weißkirchen (sechs Vorlagen) ab. „Das Gefühl war unbeschreiblich. Ich bin froh, dass wir nach drei Spieltagen endlich mal wieder Punkte geholt haben“, sagte der vierfache Torschütze nach der Partie.

Johan Gallwitz

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