Floorball: Niederlage der SSF Dragons im Finale der 2. Bundesliga

Foto: F. Buechting
Ein Sieg war für die SSF Dragons Bonn im zweiten Spiel der Finalserie um den Aufstieg in die 1. Bundesliga zum Greifen nahe. Eine entscheidende dritte Partie gegen Schriesheim lag in der Luft – doch dann änderten drei Minuten im letzten Drittel alles.

Mit einer 4:2-Führung gingen die Bonner vor den eigenen Fans in den Schlussabschnitt. Bis dahin lief Finalspiel zwei ganz nach Gusto der Hausherren: „Für mich waren die ersten 40 Minuten eine der besten Leistungen, die wir je als Mannschaft gezeigt haben. Es gelang uns, die Schriesheimer über weite Strecken zu dominieren“, findet Verteidiger Johannes Weh. Tatsächlich schien die Niederlage aus dem ersten Spiel vergessen, Florian Weißkirchen brachte die Dragons per Fernschuss nach fünf Minuten in Front. Bei dem chancenreichen Schlagabtausch im Eröffnungsdrittel zeichneten sich beide Torhüter aus, trotzdem musste SSF-Goalie David Vent kurz vor der Pause nach einer Bruder-Kombination von Alexander und Nicolas Burmeister zum 1:1 hinter sich greifen.

Im zweiten Drittel erarbeiteten sich die Bonner ein Chancenplus – der Druck zahlte sich aus: In der 24. Minute stocherte Jan Kolisko den Ball zum 2:1 über die Linie. Zwar mussten die Bonner noch den Ausgleich durch Linus Braune hinnehmen, doch dann ging es ganz schnell. Innerhalb von einer Minute schlugen die Dragons zwei Mal zu, Kai Willems und Kolisko brachten die Gastgeber mit 4:2 in Führung – gleichzeitig der Pausenstand vor dem letzten Drittel.

Das wurde zum Bonner Alptraum. Direkt nach dem Bully verkürzte Schriesheim auf 3:4, wenige Sekunden später folgte der Ausgleich. Die Ereignisse überschlugen sich: Nach einem fahrlässigen Ballverlust sahen sich die Dragons plötzlich mit einem 4:5-Rückstand konfrontiert. Trainer Mathis Janesch nahm die Auszeit – doch seine Worte konnten die verunsicherte Mannschaft nicht beruhigen. Direkt nach dem Timeout verursachte Bonn einen Penalty, Alexander Burmeister verwandelte zum 6:4. Der überragende Nationalspieler servierte kurz darauf noch für seinen Bruder Nicolas, der zum 7:4 einnetzte. Bonn war komplett von der Rolle, kaum ein Angriff fand den Weg aufs Tor der Blau-Weißen. „Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht erklären. Manchmal gibt es solche Phasen, in denen es in den entscheidenden Situationen an der nötigen Kaltschnäuzigkeit und das Quäntchen Glück fehlt“, rätselt Weh nach der Partie. Der 22-Jährige meint aber auch: „Wir müssen in solchen Situationen selbstbewusster reagieren. Dass wir nun zum wiederholten Male nach einem Gegentor so einbrechen, hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir unsere mentale Stärke noch weiter verbessern können.“

Selbstbewusstsein zeigte kurz vor Schluss zwar noch einmal Till Braun, der mit einem wunderschönen Schlagschuss auf 5:7 verkürzte, doch ein Empty-Netter sorgte für den 5:8-Todesstoß. Schriesheim steht damit als direkter Aufsteiger in die erste Bundesliga fest, Bonn kann in der Relegation noch nachziehen. Dort bekommen es die Dragons mit dem Letzten der ersten Liga, Blau-Weiß Schenefeld, zu tun.
 
Johan Gallwitz

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