Floorball: Steinschleuder gesucht: David gegen Goliath im Pokal-Viertelfinale

(Foto: I. Furch)

Es ist eine seltene Chance, eine großartige Möglichkeit: Mit dem Viertelfinale gegen den deutschen Meister UHC Weißenfels vor heimischen Publikum läuten die SSF Dragons Bonn das Jahr 2019 ein.

Der Fußball hat Bern 1954. Eishockey hat Pyeongchang 2018. Und Floorball hat Bonn 2013. Gibt es nach dem Wunder von vor sechs Jahren eine neue Sensation? Damals rang Bonn Weißenfels im Sportpark Nord mit 2:1 nieder – zwei Spieler aus dem aktuellen Kader waren mit dabei. Lutz Ackermann und Lukas Lüke versuchen sich zu erinnern: „Die Pokalsensation von 2013 habe ich durch den damaligen Tunnelblick, die mit jeder Minute gestiegene Euphorie und die zeitliche Distanz nur noch schemenhaft in Erinnerung“, sagt Ackermann. Das damalige Küken und der heutige Kapitän der Mannschaft Lukas Lüke erzählt: „Das war das perfekte Spiel und der perfekte Tag. Unser Torwart hat damals sensationell gehalten. Wir haben natürlich eine gehörige Portion Glück gehabt. Man war unfassbar überrascht von sich selbst, das war pure Freude und Stolz.“

Junges Team will eigene Geschichte schreiben
Jetzt will die junge Bonner Mannschaft ihre eigene Pokal-Geschichte schreiben. Leicht wird das nicht: Weißenfels thront ungeschlagen an der Spitze der Bundesliga und ist auf bestem Wege zur sechsten Meisterschaft in Folge. „Weißenfels ist FC Bayern des deutschen Floorballs. Sie haben sich über die letzten 15 Jahre eine Struktur aufgebaut, die Ihnen den Ruf der Unbesiegbarkeit beschert hat Sie sind daher in vielen Bereichen schon sehr professionell aufgestellt und so werden sie auch in Bonn auftreten.“, muss Trainer Mathis Janesch gestehen. Besonders berüchtigt: Die Finnen des Sparkassen-Clubs. Mit Anssi Soini und Henry Backman sind zwei von ihnen als Zweiter und Siebter unter den zehn besten Scorern der Bundesliga.

Intensität 60 Minuten aufrecht halten
Die personelle Überlegenheit des UHC lässt sich nicht leugnen. Für Coach Janesch ist deshalb klar: „Die Hauptherausforderung gegen Weißenfels ist immer, 60 Minuten lang gegen die hohe taktische und individuelle Qualität gegenzuhalten. 30 Minuten gelingt dies einigen Mannschaften, diese Intensität aber über ein ganzes Spiel hochzuhalten ist herausfordernd.“ Dank der intensiven Vorbereitung sei das Team aber in der Lage, durchgängig am Limit zu spielen – gegen den Rekordmeister braucht es trotzdem den perfekten Tag, das perfekte Spiel.

Fest steht: Nur unter einer Bedingung kann die Pokal-Sensation klappen. Wenn ihr in den Sportpark Nord kommt und die Dragons zum Sieg schreit!

Johan Gallwitz

Zurück