Floorball: Zwei gute Drittel reichen nicht - UHC überrollt Bonn

Foto: Ch. Döge

Die SSF Dragons Bonn haben in der Floorball-Bundesliga eine herbe 3:13-Niederlage bei Tabellenführer Weißenfels einstecken müssen.

Man konnte den Bonnern nach Abpfiff keinen Vorwurf machen. Über 60 Minuten hatten sie geackert, waren den spielstarken Weißenfelsern bissig hinterhergelaufen. Der Einsatz wurde in den ersten beiden Dritteln belohnt: 2:4 stand es nach Toren von Lucas Grünewald und Niklas Merdian nach dem ersten Durchgang, 3:6 nach 40 gespielten Minuten. Grünewald hatte per Schlenzer getroffen, Merdian mit einem beherzten Weitschuss. Im zweiten Drittel nutzte Florian Weißkirchen eine Freischlagsituation. In der Defensive führten die Dragons gute Zweikämpfe, waren immer wieder der Sand in der perfekt geschmierten Kombinations-Maschinerie des UHC.

Aufgerieben durch zwei laufintensive Drittel, in denen die Bonner immer wieder weite Wege gehen mussten, kam im Schlussabschnitt die Müdigkeit und damit der Einbruch. Die Dragons verteidigten nicht mehr ganz so konsequent, warfen sich nicht mehr in jeden Schuss, hatten nicht immer den jeweiligen Gegenspieler im Blick. Diese kleinen Nachlässigkeiten reichten aus, um Weißenfels noch einmal Heißlaufen zu lassen: 7 Tore schenkten die Gastgeber den Bonnern noch ein. Finn Nauroth, der im letzten Drittel seine ersten Bundesliga-Minuten erleben durfte, sagt: „Im Endeffekt ist es natürlich schade mit so einem eindeutigen Ergebnis nach Hause zu gehen, obwohl wir in den ersten beiden Dritteln richtig gut mithalten konnten. Wir sollten sehen, dass der Ehrgeiz auch zum Ende des Spiels erhalten bleibt und die Konzentration nicht nachlässt.“ Neben Nauroth gab auch Jakob Grau sein Debüt in der höchsten Leistungsklasse, beide legten eine starke Leistung hin. „Ich kam ziemlich kurzfristig in die Partie deshalb hatte ich nicht wirklich Zeit alles aufzunehmen und zu realisieren was in den Sekunden passiert. Ich war unglaublich nervös, aber schon nach dem ersten Turn konnte ich mich wieder nur auf das Spiel konzentrieren und von dort an hat es wirklich sehr viel Spaß gemacht“, kommentiert Nauroth seinen Auftritt.

Die Dragons sind nach dem Wochenende auf den 7. Tabellenplatz abgerutscht, der die Teilnahme an der Abstiegsrunde bedeuten würde. Auf den sechsten und damit letzten Play-Off-Rang sind es drei Punkte, wobei Bonn noch eine Partie weniger gespielt hat als Hamburg, das diesen Platz jetzt innehat. Ein Blick nach unten verdeutlicht die Dramatik: Der Achte Wernigerode und der Neunte Kaufering haben jeweils nur einen Punkt Rückstand auf die Dragons – wobei auch diese beiden Teams ein Spiel mehr absolviert haben. Entscheidende Wochen stehen an: Bonn empfängt in den kommenden beiden Wochen die beiden aktuellen Tabellennachbarn Wernigerode und Hamburg im Sportpark Nord.

Johan Gallwitz

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