Judo Mannschaft der SSF-Bonn wird Deutscher Mannschaftsmeister U16

oben v.l.:Josef und Mark Ivtchenko, Kieran Martins
Trempeck, Hagen Boothe, unten v.l. Tim Janssen, Arthur
Akopjan, Ben Hartmann, Nouri Günther, Lino Dello Russo
(Foto: Y. Bouchibane)
Erstmalig in der Vereinsgeschichte der SSF-Bonn gelang es einer Mannschaft der Judoabteilung Deutscher Mannschaftsmeister zu werden.
In einem Feld von 30 Mannschaften setzten sich die Nachwuchsjudoka in der MBS-Arena im brandenburgischen Potsdam eindrucksvoll in Szene. An zwei Tagen wurde um die Titel in der U16 Mannschaft gekämpft.

Am Samstag ging es zuerst darum, aus den zugewiesenen Pools in die Hauptrunde zu kommen.
Die SSF-Bonn hatten als ersten Gegner den amtierende Vizemeister, die RSV Eintracht/Frankfurt a.d. Oder. In welch beeindruckender Form das SSF-Team war, zeigt das Resultat von 5:0. Ganz nebenbei besiegte Lino Dello Russo den amtierenden Deutschen Meister Anton Frey!
In der zweiten Begegnung erging es der KG Fuldaer JC/HTG Bad Homburg nicht anders, mit einem deutlichen 5:0 unterlagen sie den Bonner Jungs. Ebenso erging es dem KSV Esslingen und mit dem 5:0 erreichten die SSF-Bonn in einem "perfect game" die Hauptrunde.
Dies gelang nur noch dem Team des Ausrichters UJKC Potsdam.
Mit der SUA Witten Annen standen die Verbandskameraden aus NRW in der Liste der Hauptrunde. Dort gaben die SSF ihren ersten Punkt ab und beendeten die Runde mit einem 4:1.

Im Poolfinale traf man auf den amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister des Bushido Berlin. Ob es daran lag, dass die erfolgsgewöhnten Berliner nicht mit der Klasse der SSF Bonn rechneten und sich insgeheim schon im Halbfinale wähnten oder woran es sonst lag weiß man nicht, aber seit Beginn des ersten Kampfes heizten die mitgereisten Berliner Eltern die Stimmung durch unqualifizierte Bemerkungen, Beleidigungen und Gesten unnötig auf. In diesem Hexenkessel behielten die Bonner einen kühleren Kopf und gewannen mit 4:1. Nach diesem Ergebnis eskalierten die Berliner Eltern komplett und wurden sogar handgreiflich. Hinzueilende DJB Funktionäre beschuldigten allerdings die Bonner Schuld an der Eskalation zu sein. Welchen Grund hätte man, bei einem deutlichen 4:1 zu einer Eskalation haben sollen?! Man könnte vermuten, dass mit den SSF-Bonn ein Team im Halbfinale steht, welches nicht im Halbfinale hätte stehen dürfen. Doch nach 25 Kämpfen, von denen 23 gewonnen wurden, standen sie nunmal mehr als verdient und souverän im Halbfinale.

Am nächsten Tag hießen die Halbfinalgegner KG Heubach/JT Steinheim. Hochmotiviert, das Finale zu erreichten, erkämpften sich die Jungs wieder ein souveränes 5:0 Ergebnis. Die Sensation war perfekt!

Im Finale traf man auf die KG TSV Großhadern/TV 1848 Erlangen. Großhadern hat eine lange erfolgreiche Vereinsgeschichte und brachte schon Welt- und Europameister heraus, nicht zu vergessen die Bronzemedaillen vom aktuellen Nationaltrainer Richard Trautmann bei diversen Olympischen Spielen. Auf der anderen Seite standen die 5 Jungs der SSF-Bonn.
Im ersten Kampf -46kg kämpfte sich Mark Ivtchenko regelrecht in einen Rausch. Seine unaufhörlichen Angriffe brachten seinen Gegner zwar zu Fall, welches aber ohne Wertung blieb. Mark attackierte 3 min lang und sein Gegner wehrte diese zwar ab, attackierte aber nicht, wurde aber auch nicht bestraft. Nach Ablauf der Kampfzeit ging es in den golden score. Marc blieb bei seiner Marschroute und sein Gegner wurde immer schwächer. Jedoch wurden seine Ausweichmanöver, die das Verlassen der Matte beinhalteten, auch nicht bestraft. Nach weiteren 3 Minuten kam es zum Kampfrichterentscheid. Sie mussten Mark den Sieg zusprechen und die SSF gingen in Führung.
Nun war Lino Dello Russo -52kg an der Reihe. Den ersten Angriff seines Gegners fing Lino spektakulär mit einer Radwende ab, beim 2. landete er nach der Wende auf den Bauch welches mit einer zweifelhaften Wertung für seinen Gegner bewertet wurde. Leider brachte ihn dies aus seinem Konzept und kurz darauf erzielte Großhadern den Ausgleich.
Mit Arthur Akopjan stand nun -58kg der einzige Fremdstarter der SSF auf der Matte. Die Regeln verlangen, dass man in diesem Fall nur als KG starten darf, deshalb kämpften die SSF unter dem Team Namen KG SSF-Bonn/TSV Hertha Walheim. Dass sie mit Arthur die richtige Wahl getroffen hatten, bewies sein souveräner Sieg mit einem fulminanten Sodetsurikomigoshi. Wieder gingen die SSF in Führung.
Nouri Günther -66kg hatte es in der Hand den Sack zu zumachen. Allerdings stand ihm der Gewinner der Sichtungsturniere aus Duisburg und Erfurt gegenüber. Schon in der ersten Minute bekam Nouri eine Bestrafung und nach 1.47 die zweite. Keiner konnte den anderen werfen, aber im golden score bekam Nouri die dritte Strafe und Großhadern holte auf zum 2:2.
Jetzt schickten die SSF mit Tom Hartmann +66kg den Gewinner aus Erfurt und Duisburg ins Rennen und schon bald ging er mit einer Wazzari Wertung in Führung. Allerdings erwischte ihn sein Gegner und bekam ebenfalls eine Wertung und es blieb spannend. Doch Toms enorme Entwicklung, in diesem Jahr ließ es nicht zu, zu verlieren und mit Kampfgeist holte er im golden score die ersehnte zweite Wertung und machte die Sensation perfekt!

Dass die Bundesjugendleiterin es für richtig hielt, den SSF-Jungs, als einziger Mannschaft nicht zu gratulieren, schmälerte nicht den Triumph, sondern steigerte ihn. Auch die Berichterstattung auf der DJB Homepage, in dem der Sieg gerade mal mit zwei Sätzen erwähnt wird, aber über das Halbfinale, in dem der UJKC Potsdam stand, mit 5 Sätze berichtet wird, lässt einigen Spekulationen freien Raum.

Die Kämpfer der SSF-Bonn haben in 35 Kämpfen nur 4 verloren und haben es sich souverän verdient auf dem Treppchen über allen zu stehen! Respekt vor dem Team, in dem folgende Kämpfer standen: Kieran Martins Trempeck, Mark und Josef Ivtchenko, Lino Dello Russo, Arthur Akopjan, Tim Janssen, Hagen Boothe, Nouri Günther und Matchwinner Tom Hartmann!

Yamina Bouchibane

Zurück