Judo: SSF-Judoka Lino Dello Russo ist Deutscher Meister U18 - Vereinskamerad Marc Ivtchenko holt Bronze

v.l: Lino Dello Russo, Marc Ivtchenko (Foto: Y. Bouchibane)

Was für ein grandioses Wochenende für die Judoabteilung der SSF-Bonn. Gleich drei von fünf SSF Startern kämpften bei den Deutschen Meisterschaften der U18 in Leipzig um eine Medaille.

Einen regelrechten Durchmarsch legte Lino Dello Russo in der Gewichtsklasse -60kg hin. Er gewann alle seine Kämpfe vorzeitig mit Ippon und hätte es einen Technikerpreis gegeben, so wäre er an ihn gegangen. In der ersten Runde besiegte er Felde aus Bayern, dann Torosjan aus Berlin. Im Poolfinale siegte er wieder vorzeitig gegen Tsamourlidis aus Sachsen und stand im Halbfinale gegen seinen Vereinskameraden Marc Ivtchenko.
Dieser besiegte in der ersten Runde Gergert aus Niedersachsen, dann Ates aus Potsdam und im Poolfinale Guralskiy aus Hamburg.

Das Halbfinale konnte Lino gewinnen und zog ins Finale. Marc musste im kleinen Finale gegen Anton Frei aus Berlin antreten. Marc kämpfte von Anfang an beherzt und willensstark und ließ dem Deutschen Meister von 2019 keine Chance.
Nach dem 9. Platz vom Vorjahr wäre eine Steigerung im nächsten Jahr noch möglich, da Marc 2022 noch in der U18 startberechtigt ist.

Für Lino ist es sein letztes Jahr in der U18. Im ersten Jahr belegte er Platz 5 und 2020 kam er unter die Top 10. Im Jahr 2021 lief es einfach grandios, so gewann er die Ruhr Games, wurde Westdeutscher Meister und startete auf der EM U18 in Riga. Zu seinem 17. Geburtstag machte er sich das größte Geschenk selbst. Im Finale traf er auf den deutschen Vizemeister des letzten Jahres, Dimitri Popp aus Württemberg. Nach nur ein paar Sekunden gab es einen Schock Moment, Popp warf Lino auf den Rücken und der Titel schien verloren. Doch da die Technik mit einer unerlaubten Griffhaltung ausgeführt wurde, gab es anstatt einer Wertung eine Bestrafung für den Württemberger. Wachgerüttelt ließ Lino nun nichts mehr anbrennen und in seiner routiniert konzentrierten Art, schaffte er sich die Position, die er zum Werfen brauchte und gewann auch seinen letzten Kampf mit Ippon.

Vereinskamerad Tom Hartmann ging -90kg an den Start und gewann seinen ersten Kampf gegen Gleining aus Berlin souverän. In der zweiten Begegnung traf er auf Seitz aus Württemberg. Dieser erwischte ihn eiskalt. Nun musste er den langen Weg durch die Trostrunde. Dort wartete Weinhold aus Niedersachsen. Nach ein paar Sekunden war Tom eine Runde weiter und traf auf Miller aus NRW. Auch diesen besiegte er, wie schon auf der Westdeutschen, vorzeitig. Gegen Tepelmann aus Mecklenburg Vorpommern musste er 11 Minuten in den Golden Score, bis er eine Runde weiter war. Gegen Dukow aus Schleswig Holstein hatte er auf den Ruhr Games noch das Nachsehen, aber dieses Mal änderte Tom seine Strategie und gewann mit einer Wazzari Wertung. Am Ende der Trostrunde wartete im kleinen Finale sein Gegner aus der zweiten Runde auf ihn. Doch an diesem Tage fand Tom kein Konzept gegen ihn und musste, wie schon im Jahr davor, mit der Holzmedaille nach Hause.

Für die Vereinskameraden Kieran Martins Trempeck, im letzten Jahr unter den Top 10 der Deutschen, und Nouri Günther, Bronzemedaillengewinner im letzten Jahr, lief es dieses Mal nicht so rund. Beide schieden leider vorzeitig aus. Da sie aber, wie Marc, noch im nächsten Jahr in der U18 starten dürfen, haben sie noch eine weitere DEM U18, die sie kämpfen können.

Für Lino und Tom gibt es schon am nächsten Wochenende eine weitere Deutsche Meisterschaft. Tom qualifizierte sich bei der Westdeutschen Meisterschaft U21 und Lino ist als Platzierter der Deutschen U18 und Mitglied des Nationalkaders automatisch qualifiziert. Für die beiden 17 Jährigen ist es eine gute Gelegenheit, schon mal in ihre nächste Altersklasse reinzuschnuppern. Zusammen mit ihrer Vereinskameradin Soraya Günther fahren sie am Freitag zur DEM U21 nach Frankfurt a.d. Oder.

Alle Ergebnisse auf der Homepage des NWJV.

Yamina Bouchibane

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