Schwimmen: SSF Jugendmeeting: Josha Salchow und Leonie Antonia Beck eine Klasse für sich

Hannah Wiedemann
Hannah Wiedemann (Foto: Joseph Kleindl)

Beim Jugendmeeting der SSF Bonn gab es gewohntermaßen hochklassige Wettkämpfe zu bestaunen. Am letzten Wettkampftag fielen noch einmal drei Meetingrekorde. Über die gesamte Veranstaltung wurden damit vier neue Bestmarken aufgestellt und einige nur knapp verfehlt.

In der Damenkonkurrenz erwies sich einmal mehr Leonie Antonia Beck vom SV Würzburg 05 als die erfolgreichste und auch vielseitigste Schwimmerin. Sie erreichte vier Siege (100 m und 200 m Freistil sowie 100 m Lagen und 200 m Brust) und zweimal Silber (50 m Freistil und 50 m Brust). Dabei stellte sie im Finale über 200 m Brust mit 2:28,70 min einen neuen Meetingrekord auf. Bereits am ersten Wettkampftag hatte sie die Bestmarke über 100 m Brust im Vorlauf auf 1:09,25 min verbessert. Auf das Finale am Samstag verzichtete sie wegen ihres Mammutprogramms. Mit Carolin Dorfner (dreimal Gold und jeweils einmal Silber und Bronze) kam auch die zweiterfolgreichste Schwimmerin der Veranstaltung aus Würzburg. Klasse in den Finals statt massenweise Starts war in diesem Jahr anscheinend das Motto von Trainer Stefan Lurz.

Die Wettkämpfe der Herren dominierte Josha Salchow vom Potsdamer SV. Mit am Ende sechs Siegen (50 m, 100 m und 200 m Rücken, 50 m Schmetterling sowie 100 m und 200 m Freistil) und einer Silbermedaille über 50 m Freistil war er der mit Abstand erfolgreichste Schwimmer des Meetings. Mit einer extrem klugen Taktik verbesserte er am letzten Wettkampftag zwei Meetingrekorde. Im Vorlauf unterbot er mit 1:57,00 min die bisherige Bestmarke über 200 m Rücken deutlich. Den Rekord über 100 m Freistil verfehlte er zunächst um zwei hundertstel Sekunden. Im Finale schwamm er die Rückenstrecke dann auf Sieg, um die behaltenen Reserven dann kurze Zeit später in den abschließenden Meetingrekord in Freistil (49,43 Sekunden) umzusetzen. Mit Lars Grundheber stellte Würzburg auch bei den Herren den nächsterfolgreichen Schwimmer. Grundheber sicherte sich mit seinen drei Siegen über 200 m Lagen, 200 m Brust und 200 m Schmetterling souverän den Titel des „Herrn der 200-m-Strecken“.

Beck und Salchow waren am Ende folgerichtig auch die Athleten mit den punktbesten Leistungen der Veranstaltung gemäß der FINA-Punktetabelle. Ihre Zeiten über 200 m Freistil waren jeweils so herausragend, dass sie – trotz knapp verfehlter Meetingrekorde – auch in dieser Kategorie nicht zu schlagen waren.

Für die gastgebende Bonner Mannschaft brachte der letzte Wettkampftag noch einen mehr als versöhnlichen Ausklang. Im letzten Wettkampf der Veranstaltung gelang der 4-x-50-m-Lagen-Mixed-Staffel in einem fulminanten Rennen der Sieg. Laura Schnürle, Max Pilger, Daniel Schäfer und Rebecca Dany erschwammen die hart umkämpfte aber letzlich hochverdiente Goldmedaille.

Die Mannschaft des SV Würzburg 05 gewann erwartungsgemäß die Mannschaftswertung. Mehr als 250 Punkte Vorsprung vor dem zweitplatzierten MEGA Zwemteam aus Belgien zeigen die eindrucksvolle Dominanz dieses Teams. Bei den Bonner Gastgebern bedankten sich die Würzburger Schwimmer symbolisch, indem sie den immer fleißigen und präsenten Kindern, die für die Medaillenversorgung bei den Siegerehrungen sorgten, je eine Medaille schenkten. Eine schöne Geste der Wertschätzung, die das Motto des Jugendmeetings „ein Wettkampf von Schwimmern für Schwimmer“ unterstreicht.

Die Jubiläumsausgabe des Jugendmeetings (2017 feiern die Bonner die 40. Auflage.) wird voraussichtlich vom 24. bis 26. November 2017 stattfinden.

Uwe Klotzowski

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