Volleyball: Bonn verliert Spiel auf Augenhöhe

Meret Faller und Luisa Reinhardt im Bonner Block (Foto: A. Ennenbach)

Das Ergebnis scheint mit 0:3 nicht direkt auf ein knappes Spiel hinzudeuten, doch unsere 1. Volleyball-Damenmannschaft hielt in der Tat am Samstag gegen die Skurios Volleys Borken über weite Strecken gut mit.

Am Samstag, 06. Februar 2021, stand das letzte Spiel der Hinrunde vor der Tür. Die Bizeps Volleys empfingen die Skurios Volleys Borken in der Hardtberghalle. Nach den letzten Niederlagen gegen den BBSC Berlin und den TSV Bayer 04 Leverkusen war das Team um Headcoach Sven Anton motiviert die Niederlagenreihe zu beenden: Leider ohne Erfolg.

Bereits im ersten Satz entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Skurios schlugen gut auf, doch die Bonner Annahme hatte in diesem Spiel keinerlei Probleme. Libera Lina Adams und Außenangreiferinnen Lisa Derendorf und Annika Brück schoben die Bälle gekonnt zu der Zuspielerin Luisa Reinhardt. Im Wechsel punkteten Gast- und Heimmannschaft und ab einem Spielstand von 9:9 gab Bonn nochmal alles und baute die Führung auf 16:13 aus.

Die Rechnung hatten die Rheinländerinnen aber ohne die Borkenerinnen gemacht. Zuspielerin Yina Liu suchte immer wieder ihre starke Außenangreiferin Sina Kostorz. Borken glich schnell aus und brachte eine Wende in das Spiel. Einige Eigenfehler erschwerten es den Bonnerinnen die dominanten Gäste aufzuhalten und somit unterlagen die Damen dem Team aus dem Münsterland mit 23:25 im ersten Satz.

Umso motivierter starteten die Bizeps Volleys mit unveränderter Aufstellung in den zweiten Satz. Es entwickelte sich ein ähnlicher Start wie im ersten Satz: Ein Spiel auf Augenhöhe. Luisa Reinhardt setzte oftmals Lena Maaswerd ein, die wie gewohnt mit harten Angriffen punkten konnte. Außerdem stach Meret Faller im Mittelblock und Angriff hervor, die mit einer Mischung aus harten Angriffen und cleveren Bällen die Gegnerinnen vor Schwierigkeiten stellte.

Mitte des Satzes ließ die bisher gute Bonner Spielweise etwas nach. Borken war routiniert genug um den kurzen Ausfall der Heimmannschaft zu nutzen. Mit der eingewechselten Kapitänin Hannah Lamby kam es zwar zu einem kleinen Aufschwung und Bonn punktete durch Meret Faller und Jil Molitor nochmal, aber die Skurios ließen die Bizeps Volleys nicht mehr an ihre Führung rankommen und gewannen den zweiten Durchlauf mit 20:25.

Letzte Chance, dritter Satz

Wohlwissend, dass nur Nuancen die Sätze zuvor entschieden haben, ging Bonn in den dritten Satz. Leider erwischte Borken einen guten Start und setzte ihre jungen Mittelblockerinnen immer wieder in Szene. Bonn kam im Block nicht hinterher und lief somit von Beginn an einer kleinen Führung der Gäste hinterher, die sich zur technischen Auszeit auf 10:16 ausweitete. Trotz einiger Wechsel fand Bonn erst gegen Ende des Satzes auf die Spur zurück. Plötzlich punktete Bonn wieder und stabilisierte die Annahme. Hannah Lamby konnte ihre Angreiferinnen wieder variabel einsetzen und auch die kurzzeitig eingewechselte Klaudia Czyz behielt einen kühlen Kopf und pritschte ihre Abwehr bei einem Spielstand von 17:23 sauber zu Hannah Lamby.

Leider kam das Aufbäumen Bonns zu spät. Borken gab die erspielte Führung nicht auf und Bonn konnte den Satz zwar noch etwas spannend machen, aber nicht gewinnen. So freute sich Borken am Ende erneut über ein 25:20 und drei Punkte, während die Bizeps Volleys zum dritten Mal in Folge leer ausgingen.

Mvp wurde auf Bonner Seite Lena Maaswerd, die eine gute Abwehr spielte und mit gewohnt starken Angriffen überzeugte. Auf Borkener Seite entschied sich Anton für Jana Röwer, die im Mittelblock das ein und andere Mal zupackte und mit ihrer Zuspielerin im Angriff immer wieder harmonierte.

Die gute Nachricht an diesem Samstagabend war, dass erneut viele den Livestream auf sporttotal verfolgt haben, der dieses Mal von Jaromir Zachrich und Niklas Rademacher kommentiert wurde, die einst selber in der 1. Bundesliga aufschlugen und so von vielen Zuschauern aufgrund ihres Fachwissens und ihrer sympathischen Art gelobt wurden. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die beiden, die Zuschauer des Streams und die restlichen Organisatoren, die die momentanen Heimspiele der SSF Fortuna Bonn zu einem echten „Home-Event“ machen!

Fokus auf Wildcats

„Ihr denkt momentan viel nach. Das ist unser größtes Problem“, so Anton nach dem Spiel gegen Borken. „Wir standen über lange Strecken pari mit den Skurios und haben ein gutes Spiel gemacht.“ Es heißt für die Bonnerinnen also die guten Spielzüge im Hinterkopf behalten und die Zeit nicht mit nachdenken über die Niederlagen zu verschwenden.

Am Freitag geht es schließlich für die Damen und ihr Trainerteam 713 Kilometer gen Nordosten. Stralsund empfängt den derzeitigen Zehnten. Die Bizeps Volleys haben eine Revanche mit dem Meister aus dem letzten Jahr offen und freuen sich nach der längsten Auswärtsfahrt in dieser Saison in ihrem „Karnevalsspiel“ am 13. Februar 2021, rheinischen Siegeswillen zu demonstrieren.

Carlotta Hensel

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