Volleyball: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – Marathon der Bizepsvolleys beginnt

Mittelblockerin Jil Molitor punktet im Weihnachtsmarathon für die Bizepsvolleys (Tom Schulte)

Schon eine kurze Zeit nach dem außerplanmäßigen Nachholspiel der Bizepsvolleys in Essen geht es direkt weiter Richtung Norden. In der Hansestadt werden sie dort am Samstagabend von dem ETV Hamburg empfangen. Doch vorher durften sich die Bizepsvolleys nach ihrer Mittwochabend Partie gegen die Pott-Perlen über einen Punkt auf ihrem Tabellenkonto freuen. Nach zwei verloren Sätzen konnten sie in einem kämpferischen und emotionalen Spiel die Heimmannschaft doch noch in den Tie-Break zwingen. Am Ende reicht es nicht für einen Sieg, dennoch scheint es als wollen sich die Bizepsvolleys langsam aus dem Tabellenkeller verabschieden (23:25, 21:25, 25:14, 25:21, 10:15).

Keine guten Erinnerungen wurden in den Köpfen der Bonnerinnen geweckt, welche letzte Saison beim Tabellenfavoriten VC Allbau Essen ein knappes 0:3 in Kauf nehmen mussten. Auch dieses Mal waren die Rahmenbedingungen nicht perfekt. Dennoch hofften die Gäste, sich für die Niederlage des letzten Jahres zu entschädigen.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen im ersten Satz zeugte bereits von einem ausgeglichenen Spiel. Schon früh zeigte sich Jil Molitor über die Mitte als Knotenpunkt der Bizepsvolleys, welche von dem gegnerischen Block nicht in Schacht gehalten werden konnte. Essen reagierte mit variablen Angriffen über die gesamte Feldbreite und konnte ebenfalls mit aggressivem Mut punkten. Die Rheinländerinnen trotteten trotz mutiger Entscheidungen eher mit Abstand hinterher, welcher bis zum 19:19 ausgeglichen werden konnte. Aufschlagfehler der Gegner und gezielte Aufschläge auf eigener Seite machten es den Pott-Perlen am Ende doch noch schwer, die Führung zu halten. Eine kritische Phase begann: In der Crunch-Time zeigte sich Sven Antons Team im letzten Spiel überlegen, doch dieses Mal schien eine erfahrene Zweitliga-Mannschaft vor ihnen zu stehen. Nach einer Führung von 23:21 musste der Satz aufgrund von hektischen Situationen an die Essenerinnen abgegeben werden (23:25). Der zweite Satz lief ähnlich. Eine Partie in welcher die etablierte Mannschaft um Essens Trainer Werzinger von Beginn an die Führung übernahm. Die Bizepsvolleys hielten gut mit, konnten lange Ballwechsel für sich entscheiden und standen angeführt von Libera Luisa Lohmann sowohl stabil in der Annahme als auch in der Feldabwehr. Eigene Aufschlagfehler und direkte Angriffspunkte der Gegnerinnen zwang die Gäste in zwei Auszeiten und Anton entschied mit Kapitänin Lena Maasewerd und einem anschließenden Doppelwechsel neuen Schwung auf das Feld zu bringen. Leider vergeblich, denn auch hier zogen die Kapitänin und ihr Team den Kürzeren (21:25). Den Schwung aus dem letzten Satz konnte aber in die folgenden Sätze mitgenommen werden. Durch neue Aufschlagtaktiken gelang den Bizepsvolleys, ihre Führung mit jedem Ballwechsel auszubauen. Ein leichtes Spiel, denn die Gegnerinnen hatten sichtlich Schwierigkeiten den Ball im gegnerischen Feld unterzubringen. Aufschläge segelten ins Aus oder Netz, der Block der Bonnerinnen stand fest und die Angreiferinnen versenkten ihre Punktchancen im Feld der Gegner. Ein Satz in welchem die Bizepsvolleys entschieden hatten, dieses Spiel nicht einfach ohne Punkte abzugeben. Am Ende steht ein deutliches 25:14 fest. Anschließend an diesem Satz entwickelte sich der darauffolgende. Die Pott-Perlen, wie ausgewechselt, kamen nur schwer wieder zu gewohntem Spielfluss. Diesmal übernahmen die Gäste das Ruder und führten den Satz mit Vorsprung an. Besonders Mittelblockerinnen Jil Molitor (MVP) und Meret Faller entschieden über das Schicksal der Gegnerinnen (25:21). Spät genug war es schon, dass die Bizepsvolleys sich über das Spiel an einem Mittwochabend nicht mehr beklagten. Jetzt wollte nach einem langen Abend der Sieg mit nach Hause genommen werden. Das Spiel hatte eine plötzliche Wendung genommen, in der die Punktetafeln auf 0 gedreht worden waren. Ein schlechter Start in den finalen Satz wurde den Gästen zum Verhängnis, die mit Abstand den Essenerinnen hinterherjagten. Die Pott-Perlen hatten sich wieder stabilisiert, spielten wieder ein sicheres Spiel auf, wogegen auf eigener Seite eher Nervosität großgeschrieben wurde. Kleine Unstimmigkeiten führten dazu, dass nicht wie in den vorherigen Sätzen gepunktet wurde (10:15).
Mit einem knappen 2:3 und einem Punkt in der Tabelle schätzen sich die Bizepsvolleys dennoch glücklich. Nach einem langen Tag wartete aber nicht nur das Bett auf sie, sondern auch schon der nächste Gegner. Der ETV Hamburg steht mit vier Punkten Vorsprung auf dem 11. Tabellenplatz. Mit einem Sieg könnte der Keller neusortiert werden. Zuletzt setzte sich die junge Mannschaft gegen die Wildcats aus Stralsund im 3:2 durch.

Die Bizepsvolleys beflügelt von ihren letzten beiden Spielen und mit Vorfreude auf die Weihnachtsspiele wollen sich pünktlich zum ersten Advent mit weiteren Punkten beschenken. In Auswärtiger Halle steht nach einem letzten Abschlusstraining am Freitagabend ein ernstzunehmender Ligakonkurrent gegenüber. Antons Mannschaft freut sich auf die Reise und hofft auf den Sieg in der Hansestadt, um den Lauf der letzten Wochen weiterzuführen.

Jil von der Stein

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