Volleyball: Sieg im Lokalderby

Sieg im Tie-Break gegen die DSHS SnowTrex Köln (Foto: Frank Görlach)

Das Auswärtsspiel der Bizepsvolleys gegen die DSHS SnowTrex versprach Gänsehautfeeling pur und ließ Bonn als überraschenden Sieger im Tie-Break vom Feld gehen.

Am Samstag, 07. November 2020, bestritten die Bonner Damen ihr viertes Auswärtsspiel der Saison. Doch von einem richtigen Auswärtsspiel kann eigentlich nicht die Rede sein, schließlich sind die DSHS SnowTrex die rheinländische Nachbarmannschaft der Bonnerinnen. Nachdem das gesamte Team negativ auf Corona getestet wurde, traten die Bizeps Volleys am Abend gegen den Zweitplatzierten an.

Bernd Werscheck erweiterte an diesem Spieltag den Trainerstab um Headcoach Sven Anton, Teammanager Albert Klein und Co-Trainer Frank Goerlach, um den Bonnerinnen mit taktischen und gewohnt motivierenden Ansprachen zur Seite zu stehen. So hieß es auch in der Ansage vor dem Lokalderby: „Es ist kein Geheimnis, dass wir hier heute der Underdog sind, aber wir werden alles geben um Köln heute so richtig zu ärgern. Wir müssen Leidenschaft auf das Spielfeld bringen.“

Ausgeglichener Start in das Derby

Der erste Satz startete gut für das Bonner Team. Solide Aufschläge, starke Angriffe und eine taktisch gute Blockarbeit setzten die SnowTrex immer wieder unter Druck. Nach einem zwischenzeitlichen Spielstand von 8:4 schien Köln jedoch in das Spiel zu finden und setzte sich gegen Ende mit einer kleinen Punkteserie von den Gästen ab. Der erste Satz endete mit 20:25 für Köln.

Für Bonn war der erste Satz gegen den Zweitplatzierten trotz Satzverlust kein schlechter Start. Wohlwissend, dass das Niveau in Köln gehalten werden kann, griff Bonn im zweiten Satz deutlich mutiger an. Zwar startete das Team um Trainer Jimmy Czimek mit drei Punkten in den zweiten Satz, doch Bonn entwickelte über den Satz hinweg einen Kampfgeist, der sich vor allem im Block manifestierte.

Die Mittelblockerinnen Jil Molitor und Clara Kick machten es den Mittelangreiferinnen der DSHS SnowTrex zunehmend schwerer ihre Angriffe im Bonner Feld unterzubringen. Auch die Annahme zeigte sich als stabil, sodass Zuspielerin Hannah Lamby mit guten Pässen alle Angreifer in Szene setzen konnte. Jimmy Czimek sah sich bei einem Spielstand von 13:8 gezwungen die erste Auszeit zu nehmen.
Auch wenn Köln mit Hilfe vieler Wechsel in den letzten Punkten des zweiten Satzes den Bizeps Volleys nochmal gefährlich nah kam, wollte das Team um Headcoach Anton diesen Satz unbedingt für sich entscheiden und beendete ihn mit 25:22.

Kurzer Aussetzer in Satz drei

Die Bonner Damen starteten mit viel Rückenwind durch den zweiten Satzgewinn in den dritten Satz. Trotzdem wollte sich der Erfolg aus dem zweiten Satz nicht sofort wiederholen. Köln übte von Beginn an viel Druck aus. Bonn hatte zwar einige gute Aktionen, ließ Köln aber zu früh vorbeiziehen, die ihren Satzball bei einem Spielstand von 16:24 verwandelten.

Ab in den Tie-Break

„Seid mutig“ so die Ansage des Trainerteams vor dem vierten Satz. Außerdem wurde die Blocktaktik etwas abgeändert und so gelang es Bonn den Kölnerinnen in der Abwehr und im Block immer wieder Paroli zu bieten.

Der Beginn des vierten Satzes hätte wohl nicht viel besser laufen können. Immer wieder packten Jil Molitor und Clara Kick im Block zu und Hannah Lamby spielte variabel. Außenangreiferin Lisa Derendorf, die für die bis dahin starke Annika Brück eingewechselt wurde, nutzte jede Gelegenheit den Kölner Block anzuschlagen und zeigte sich mutig in Block und Abwehr. Auch die beiden Liberas Lina Adams und Janina Mantel gelang es das Kölner Spiel zu entschärfen und Außenangreiferin Lena Maasewerd setzte das ein oder andere Ausrufezeichen.

Bis zu einem Spielstand von 16:22 ließ Bonn den Kölnerinnen nur wenige Chancen zu punkten. Auf den letzten Metern vor dem Tie-Break wehrte sich Köln nochmal vehement und zwang Bonn bei einem Spielstand von 20:24 zu einer letzten Auszeit. Diese Auszeit schien günstig gewesen zu sein, denn die SSF Fortuna verwandelten den Satzball und holten sich den ersten Punkt gegen die klare Favoritenmannschaft.

Tie-Break auf höchstem Spannungslevel

„All das, was wir jetzt noch machen ist Sahne. Aber wir wollen viel Sahne“, so die Ansprache von Kapitänin Hannah Lamby vor dem Tie-Break. Auch diejenigen, die den Live Ticker von zu Hause aus verfolgt haben, werden die Spannung förmlich miterlebt haben.
Schließlich entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die SnowTrex bis zu einem Punktestand von 9:9 immer einen Punkt vor den SSF Fortuna lagen.

Im Anschluss daran drehten die Bizeps Volleys den Spieß um. Die Angreiferinnen Lena Maasewerd, Lisa Derendorf und Carlotta Hensel fanden dank guter Pässe den Weg an dem hohen Kölner Block vorbei und Jil von der Stein verstärkte zwischenzeitlich die Abwehr auf Bonner Seite. Letztendlich landete der Kölner Angriff bei einem Spielstand von 16:15 im Aus und Bonn gewann den Tie-Break knapp mit 17:15. Der Jubel hätte kaum größer sein können.

Als Mvp wurde erstmals Jil Molitor ausgezeichnet, die eine überzeugende Blockarbeit leistete und sich immer wieder gegen den Dreierblock bewies. Auf Kölner Seite entschieden sich die Trainer für die Mittelblockerin Viola Torliene, die den Bizeps Volleys das Punkten im Angriff mit ihrem starken Block immer wieder erschwerte.

Aufsteiger gewinnt gegen klaren Favoriten

„Ganz klarer Fall: Käfer gewinnt gegen Porsche“, so die Worte von Anton nach dem Sieg gegen den Zweitplatzierten. Für ihn ist es der erste Sieg, seitdem er das Amt des Headcoachs übernommen hat und eine Bestätigung seines Trainings und Coachings.

Ein solches Spiel zeigt erneut, dass die SSF Fortuna Bonn den Schritt in die 2. Bundesliga Nord zurecht gegangen sind, sich der Aufwand des Trainerstabes rund um das Management von Albert Klein lohnt und die Bizeps Volleys den Weg zum Klassenerhalt weitergehen wollen.

Der Fokus wird nun auf dem nächsten Samstag, 14. November 2020, liegen an dem die Skurios Volleys Borken zu Gast in der Hardtberghalle sein werden. Bis dahin werden Luisa Reinhardt, Sarah Höckendorf, Chiara Lück und Saskia Pelz, die bei dem Lokalderby verhindert waren, wieder mit dabei sein, um sich gegen das Team um Trainer Chang Cheng Liu zu beweisen.

Carlotta Hensel

Zurück