Volleyball: SSF Fortuna muss Niederlage gegen BBSC Berlin einstecken

Niederlage gegen die Hauptstadt (Foto: Laszlo Scheuch)

Ein spannendes Match ereignete sich am Samstagabend in der Hardtberghalle in Bonn als die SSF Fortuna die Ladies von dem BBSC Berlin empfingen. Im Voraus einen Favoriten zu nennen war schwer. Bonn zierte mittlerweile den 8. Tabellenplatz (20 Punkte) und hatte auch schon in Spielen gegen die DSHS Snowtrex Köln und den VC Allbau Essen gezeigt, dass sie es auch mit hochplatzierten Mannschaften aufnehmen können. BBSC Berlin dagegen rang sich zu der Zeit noch besonders aufgrund von vielen Corona bedingten Spielausfällen auf dem 10. Platz (17 Punkte).
Aus dem genannten Grund musste auch das Hinrunden-Spiel der beiden Mannschaften am 21. November 2020 aufgrund eines positiven PCR-Test des Berliner Teams entfallen und die Mannschaften trafen deshalb in der Rückrunde das erste Mal aufeinander. Der BBSC ist außerdem eine seit langer Zeit etablierte Mannschaft in der 2. Liga und bietet mit einem sehr konstanten Kader dem Gegner oft genug die Stirn. Trotzdem hatten sich die Bonner Damen nach der letzten Auswärtsniederlage gegen Leverkusen konzentriert auf den Gast vorbereitet und starteten daher mit Siegeswillen in die Partie.

Startschwierigkeiten bei den SSF Fortuna

Einen holprigen Start legten die Damen des SSF Fortuna im ersten Satz hin und fanden daher nur schwer ins Spiel. Starke Aufschläge des gegnerischen Teams beschäftigten die Bonner Annahme und das Spiel bis zum Angriff aufzubauen, bliebt oftmals aus. Cheftrainer Anton und sein Team nahmen daher gezwungenermaßen schon am Anfang einen Rückstand von fünf Punkten in Kauf. Eine Auszeit auf der Heimseite schaffte zwar den ersten Punktgewinn, aber kaum nötige Änderung.
Weiterhin unterlagen die Damen den variablen Aufschlägen und einer kaum durchdringbaren Abwehr. So musste noch eine zweite und damit schon die letzte Auszeit von Sven Anton herhalten, um neue taktische Absprachen zu treffen. Längere Ballwechsel bei denen Bonn oft den Kürzeren zog, ließen Berlin die Führung zu 2:11 ausbauen. Erst zu Mitte des Satzes schafften es die Damen, Stabilität in ihr Spiel zu bringen. Mittelangreiferinnen Clara Kick und Jil Molitor gelangen immer mehr Angriffe im gegnerischen Feld zu versenken und auch Außenangreiferin Lisa Derendorf schaffte es mit überlegten Aktionen den Block auszutricksen. Zwar konnten die Bonnerinnen am Ende den Abstand etwas verringern, unterlagen aber am Ende mit 20:25.
Anders sah bereits der Anfang des zweiten Satzes aus. Neu auf dem Feld war jetzt Sarah Höckendorf, welche sich durch ihre konstante Annahme an diesem Abend auszeichnete. Erstmals gelang den SFF Ladies der erste Ausgleich bei 6:6, den sie umgehend zur Führung von 10:6 ausbauen konnten. Viele Einsätze über die Mittelblockerinnen, welche sowohl im Angriff als auch im Block dem Gegner Schwierigkeiten in der Abwehr bereiteten, aber auch kämpferische Abwehr besonders von Libera Lina Adams waren der Grund dafür.
Zuletzt schafften es Clara Kick und diesmalige MVP Lena Maasewerd, durch gezielte Aufschläge die Annahme auf der anderen Feldseite aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies zwang den gegnerischen Headcoach Robert Hinz nicht nur einmal zur Auszeit. Auch längere Ballwechsel schienen dieses Mal mit einem positiven Ende für Bonn auszugehen und die Heimmannschaft ließ die Gäste nicht mehr herankommen. Zuletzt beendete die frisch eingewechselte Kapitänin und Zuspielerin Hannah Lamby mit einem scharfen Aufschlag den Satz mit einem 25:18.

Neustart beim 1:1

Ausgeglichen in den Sätzen starteten beide Mannschaften konzentriert in den dritten Satz. Ein Spiel auf Augenhöhe zeichnete sich bis zum 7:7. Weiterhin schafften es die Bonnerinnen besonders über die Mitte- und Diagonalposition zu punkten. Weiterhin bildete aber ein schnelles und variables Zuspiel auf gegnerischer Seite dem eigenen Block ein undurchsichtiges Bild und auch die Abwehr der Gegnerinnen schien sich, angeführt von Libera und späterer MVP Annika Kummer, weiterhin zu festigen. Nur mit Mühe schafften es die Bonnerinnen mitzuhalten und mussten Berlin langsam die Führung überlassen (11:16). Auch ein Doppelwechsel beim Spielstand 12:21 brachte nur wenig Besserung und die Heimmannschaft überließ den dritten Satz mit 15:15 dem BBSC Berlin.

Hoffnung im letzten Satz

Eine taktische Umstellung von Anton brachte Hoffnung im vierten Satz. Carlotta Hensel bildete nun die diagonale Komponente zur Zuspielerin Luisa Reinhardt und Lena Maasewerd schlug in diesem Satz über die Annahme-Außenposition auf. Nachdem schon der zweite Satz deutlich gewonnen werden konnte, wollten die Bonnerinnen diese letzte Chance nun nutzen. Die SSF Fortuna ging zwar anfangs in einen Rückstand, konnten bis Mitte aber keinen Ausgleich schaffen. Weiterhin spielten die Gegner ein konstantes und abwehrstarkes Spiel, wodurch sie ihre Führung bis zum 14:18 hielten. Wer nun glaubte das Spiel sei gelaufen, kannte die SFF Fortuna Damen nicht. Aufschlagserien von Carlotta Hensel und Sarah Höckendorf machten es dann am Ende nochmal spannend und konnten bis zum 19:19 ausgleichen. Leider reichte es bis zum Schluss nicht. Der BBSC verließ sich auf seine Erfahrung und konnte mit scharfen Aufschlägen und aggressiven Angriffen den Satz mit 20:25 und somit das Spiel mit 1:3 beenden.

Hoffnung auf das Rückspiel

Eine gute Sache hat es wohl doch, dass das Hinspiel entfallen ist. Trainer Sven Anton hofft auf eine spannende und erfolgreiche Partie bei der Wiederbegegnung. „Um das Spiel heute zu gewinnen, hätten wir unsere Top-Leistung bringen müssen. Das haben wir leider nicht geschafft“, so Anton nach dem Spiel. Zwar waren einige sehr gute Aktionen dabei, aber eine konstante Leistung hätte an diesem Tag wohl für eine so etablierten und erfahrenen Mannschaften wie Berlin herhalten müssen. Bei diesem Spiel musste sich die SSF Fortuna Bonn um Headcoach Anton deshalb geschlagen geben.
Dennoch dürfen sich die Damen am Abend über einen Sieg freuen. Denn am Abend wurde der Sieger der Wahlen des Bonner Generalanzeigers zur „Mannschaft des Jahres“ gekürt. Mit vielen Stimmen regionaler Fans und dem letzten Urteil der Jury setzten sich die Damen der SSF Fortuna gegen die Konkurrenz durch und dürfen sich von nun an als „Mannschaft des Jahres 2020“ bezeichnen.

Jil von der Stein

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